Besonderheiten Alkoholentzug und Bluthochdruck

 

Alkoholentzug BluthochdruckWeil ein starker Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Alkoholkonsum besteht, sind es auch für einen Alkoholentzug bei Bluthochdruck einige Dinge zu beachten. Grundsätzlich führt insbesondere ein starker und langfristiger Alkoholkonsum zu einem starken Anstieg des Blutdrucks.1 Neben dem direkten Anstieg des Blutdrucks durch den Konsum von Alkohol, kann es auch zu indirekten Auswirkungen kommen. Zum Beispiel zu einer alkoholbedingten Gewichtszunahme, die sich ihrerseits zusätzlich negativ auf den Blutdruck auswirken kann. Während oder kurz nach einem Alkoholentzug bei Bluthochdruck lässt auch innerhalb recht kurzer Zeit die blutdrucksteigernde Wirkung des Alkohols nach. Bei Personen mit Bluthochdruck (Hypertoniker) fällt dieser Abfall des Blutdrucks häufig sehr viel stärker aus als bei Personen mit normalem Blutdruck.2

 

Folgen eines Alkoholentzugs bei Bluthochdruck

 

Als Folge des Alkoholentzuges bei Bluthochdruck kann es passieren, dass die Wirkung von blutdruckregulierenden Medikamenten zunimmt, weil sie nicht mehr durch den Alkohol beeinträchtigt oder sogar aufgehoben wird.3 Um Gefahren durch das Zusammenspiel einer Blutdrucksenkung und der Wirksamkeit von blutdruckregulierenden Medikamenten während eines Alkoholentzugs bei Bluthochdruck unter Kontrolle zu halten, sollte ein Entzug grundsätzlich nur unter ärztlicher Aufsicht geschehen. Nur so kann sichergestellt werden, dass auch bei kurzfristigen Blutdruckveränderungen angemessene Hilfe gleistet werden kann. Die sicherste Form des Alkoholentzugs bei Bluthochdruck stellt daher der stationäre Entzug dar. Nur in dieser Form des Entzugs ist eine dauerhafte medizinische Versorgung während eines Alkoholentzugs bei Bluthochdruck gewährleistet.4


Formen des Alkoholentzugs

 

Wegen der unter Umständen gefährlichen Blutdruckschwankungen sollte bei Bluthochdruck ein Alkoholentzug niemals „in Eigenregie“ also ohne ärztliche Betreuung durchgeführt werden. Das gilt auch für Personen mit normalem Blutdruck. Für diese Personen besteht jedoch als zusätzliche Möglichkeit die Option auf einen ambulanten Entzug. In dieser Form kann der Entzug im privaten Umfeld durchgeführt werden. Der Betroffene sucht dabei zur Kontrolle des Verlaufs und gegebenenfalls zur medikamentösen Behandlung der Entzugserscheinungen regelmäßig einen Arzt auf.5


Hilfen für den Alkoholentzug bei Bluthochdruck

 

Personen mit Bluthochdruck, die sich zu einem Alkoholentzug entscheiden, können auf verschiedene Hilfsangebote zurückgreifen. Einerseits gibt es viele verschiedene Beratungseinrichtungen, die zum Beispiel über geeignete Einrichtungen vor Ort für die Durchführung des Entzugs informieren können. Solche Beratungsstellen sind häufig an Krankenhäuser oder auch das Gesundheitsamt angegliedert. Unter der Telefonnummer (02 21) 89 20 31 betreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Information ein Infotelefon, das bei Bedarf ebenfalls geeignete Beratungseinrichtungen vor Ort nennen kann. Um auch mit dem psychischen Entzug, der sich an den körperlichen Alkoholentzug anschließt, besser zurechtzukommen, gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene gegenseitig unterstützen. Das bekannteste Angebot dieser Art sind die Anonymen Alkoholiker. Gruppen der Anonymen Alkoholiker vor Ort lassen sich über die Homepage http://anonyme-alkoholiker.de recherchieren.

 


Achtung IconHinweis:
Dieser Text kann keine ärztliche oder fachliche Beratung zu Suchtproblemen ersetzen. Personen mit Alkoholproblemen sollten sich an eine geeignete Beratungsstelle oder einen Arzt wenden. Ein Entzug sollte niemals ohne ärztliche Betreuung durchgeführt werden.

 

 

1 Deutsche Herzstiftung: http://www.herzstiftung.de/Blutdruck-Alkohol.html , abgerufen am 04.03.2013.

2 Herz-Web: http://www.herz.at/vorbeugen/empfehlungen_alkohol_hochdruck/Empfehlungen_Alkohol_und_Hochdruck2.htm , abgerufen am 04.03.2013.

3 Deutsche Hochdruckliga e. V.: http://www.hochdruckliga.de/blutdrucksenker-wechselwirkungen-vermeiden.html , abgerufen am 04.03.2013.

4 Alkohol? Kenn dein Limit! – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/alkoholabhaengigkeit/behandlung-therapie/der-entzug/ , abgerufen am 04.03.2013.

5 Alkohol? Kenn dein Limit! – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/alkoholabhaengigkeit/behandlung-therapie/der-entzug/ , abgerufen am 04.03.2013.