Betablocker bei Bluthochdruck

 

Betablocker BluthochdruckDie Anwendung von Betablockern (Beta-Adrenorezeptorenblocker) bei Bluthochdruck ist seit Jahrzehnten gängig, dabei jedoch nicht unumstritten. Laut Kassenärztlicher Vereinigung tragen Betablocker weniger als andere Mittel gegen Bluthochdruck zur Verhinderung von Folgeschäden bei. Außerdem sei der Wirkmechanismus von Betablockern noch nicht vollständig aufgeklärt. Für wen Betablocker sich besonders eignen, sind Bluthochdruck-Patienten, deren vegetatives Nervensystem aktiviert werden soll. Dies betrifft häufig jüngere und übergewichtige Personen mit diastolischem Bluthochdruck.1

 

 

Die Wirkung von Betablockern bei Bluthochdruck

 

Betablocker werden bei Bluthochdruck eingesetzt, da sie den Herzmuskel entlasten. Dieses schlägt durch die Wirkung der Betablocker langsamer, sodass der Blutdruck absinkt. Dafür greifen sie in die Funktion des Vegetativen Nervensystems ein, das unter anderem die Herzfrequenz oder die Atmung steuert. Zu diesem Zweck müssen sich bestimmte Botenstoffe mit Rezeptoren verbinden; Im Falle der Herzfrequenz sind dies die Beta-1- und Beta-2-Rezeptoren. Betablocker wirken bei Bluthochdruck dadurch, dass sie diese Rezeptoren besetzen und der Auftrag zu Erhöhung der Herzfrequenz durch die Botenstoffe nicht überbracht werden kann.2 Manche Betablocker erweitern zur Entlastung des Herzens zusätzlich die Blutgefäße.3

 

Mögliche Nebenwirkungen von Betablockern bei Bluthochdruck

 

Die Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention beschreibt typische Nebenwirkungen aller Mittel gegen Bluthochdruck, also auch Betablockern, mit Schwindel, Benommenheit, Blutdruckabfall, Allergien und Hautreaktionen sowie Magen-Darm-Beschwerden.

Spezifische Nebenwirkungen von Betablockern seien beispielsweise:

  •     Verengung der Bronchien
  •     Verlangsamung der Herzfrequenz
  •     Verschlechterung bestehender Durchblutungsstörungen der Extremitäten
  •     Müdigkeit, Schlafstörungen
  •     sexuelle Funktions- oder Potenzstörungen
  •     negative Beeinflussung des Zuckerstoffwechsels4

Der Zuckerstoffwechsel kann sogar soweit beeinflusst werden, dass sich Diabetes mellitus Typ 2 ausbildet. Dieses Risiko steigt in der Kombination mit eingesetzten Diuretika.1

 

Was ist bei der Anwendung von Betablockern zu beachten?

 

Da Betablocker bei Bluthochdruck den Herzschlag verlangsamen, dürfen sie nicht bei Menschen eingesetzt werden, die bereits eine verringerte Herzfrequenz aufweisen. Auch bei herzschlagverlangsamenden Herzrhythmusstörungen (Bradykardie) sind sie ungeeignet. In Schwangerschaft oder Stillzeit und auch bei Asthma sollte man die Medikation mit Betablockern gemeinsam mit dem Arzt gründlich abwägen. Bei der Einnahme blutzuckersenkender Mittel kann der Zuckerspiegel durch Anwendung von Betablockern noch stärker abfallen.5 Der Körper muss sich langsam an den Wirkstoff der Betablocker gewöhnen. So sollte die Dosis nur langsam gesteigert werden. Betablocker dürfen nicht abrupt abgesetzt werden. Der Blutdruck könnte dadurch unkontrolliert in die Höhe schießen.3

 

 

 

Achtung IconHinweis:
Dieser Artikel ersetzt nicht den Arztbesuch und eignet sich nicht zur Selbstdiagnose. Bei Symptomen oder Verdacht auf Bluthochdruck sowie bei Nebenwirkungen eingenommener Medikamente muss in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

 

 

 

 1 http://www.kvn.de/Praxis/Fortbildung/CME-Fortbildung/binarywriterservlet?imgUid=06770cd1-6e9a-6231-3d3d-c7050b8ff6bc&uBasVariant=11111111-1111-1111-1111-111111111111

2 http://www.albertinen-herzzentrum.onlinegesundheitswelt.de/scripts/show.aspx?content=/health/kardiologie/gw_herz/behandlung/medikamente/betablocker

3 http://www.herzgruppenservice.de/index.php/gesundes-herz/therapie-der-khk/artikel/48-behandlung-mit-betablockern

4 http://www.hochdruckliga.de/bluthochdruck.html

5 http://www.aponet.de/wissen/gesundheitslexikon/krankheiten-von-a-z/bluthochdruck/herzschutz-durch-betablocker.html