Diuretika bei Bluthochdruck

 

Diuretikum BluthochdruckDie ersten Medikamente, die je bei Bluthochdruck eingesetzt wurden, waren Diuretika.1 Heute sind sie aus der Bluthochdruck-Therapie nicht mehr wegzudenken. Diuretika wirken auf die Nieren und entwässern den Körper. Dadurch verringert sich die Flüssigkeitsmenge im Organismus und in der Folge mindert dies den Bluthochdruck. Für Menschen mit Herzinsuffizienz und bestimmten Leber- oder Nierenkrankheiten kommen Diuretika darüber hinaus zur Vermeidung von Ödemen zur Anwendung.2

 

 

 

Verschiedene Arten von Diuretika bei Bluthochdruck

 

Jede Niere hat etwa eine Million kleiner Filter, die Nephrone. Diese verfügen über ein winziges Sammelrohr, in dem die gefilterte Nierenflüssigkeit aufbewahrt wird. Alle Diuretika bei Bluthochdruck wirken auf dieses Röhrchen.1 Die schnell und intensiv wirkenden Schleifendiuretika hemmen den Salzrücktransport am Beginn des Sammelrohres. So müssen mehr Salze ausgeschieden werden und mit ihnen mehr Wasser. Die milderen Thiaziddiuretika hemmen ebenfalls den Salzrücktransport und vermindern zusätzlich die Filtration des Primärurins. Kaliumsparende Diuretika (Aldosteron-Antagonisten) hemmen den Salzrücktransport am äußersten Ende des Röhrchens. Sie sind die mildesten Diuretika bei Bluthochdruck.2

 

Nebenwirkungen von Diuretika

Bei der Anwendung von Diuretika müssen wegen des Verlusts an Mineralien und der Nebenwirkungen regelmäßig ärztliche Kontrollen durchgeführt werden. Mögliche Nebenwirkungen von Diuretika sind z.B.:

 

  •     Herzrhythmusstörungen durch Kaliummangel
  •     Verwirrtheitszustände durch Salzmangel
  •     Schwächegefühl und Müdigkeit
  •     Schwindelgefühl
  •     Muskelkrämpfe
  •     eingeschränktes Sehvermögen
  •     Anstieg der Blutzucker- und Blutfettwerte
  •     Flüssigkeitsverlust mit Thromboseneigung wegen der Eindickung des Blutes1

Die Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention gibt an, dass es besonders durch Thiaziddiuretika zu Gichtanfällen kommen könne, da durch sie der Harnsäurespiegel im Blut ansteige. Außerdem erhöhten sie das Diabetesrisiko.3

 

Was ist bei der Anwendung von Diuretika zu beachten?

 

Bei manchen Vorerkrankungen dürfen Diuretika auch bei Bluthochdruck nicht eingenommen werden, so etwa bei schweren Nierenfunktionsstörungen oder Gicht. In Schwangerschaft oder Stillzeit wird die Einnahme auch trotz Bluthochdruck nicht empfohlen, da es zu Schädigungen des Fötus bzw. des Neugeborenen kommen kann. Diuretika können das Reaktionsvermögen einschränken, sodass es zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr oder bei gefährlichen Arbeiten führen kann. Zudem gibt es zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln. Nach einer Bluthochdruck-Langzeitbehandlung müssen sie genauso wie Betablocker schleichend abgesetzt werden.4 Generell sollte man bei der Anwendung von Diuretika auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten.

 

 

 

Achtung IconHinweis:
Dieser Artikel ersetzt nicht den Arztbesuch und eignet sich nicht zur Selbstdiagnose. Bei Symptomen oder Verdacht auf Bluthochdruck sowie bei Nebenwirkungen eingenommener Medikamente muss in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

 

 

 

 

1 http://www.herz-kreislauf-zentrum-rotenburg.de/tl_files/inhalte/das-zentrum/fachberichte/Gerinnung-51_8-9_13.pdf

2 http://www.apotheken.de/aktuell/sondertext/apothekenwissen/Pharma-Info%3A%20Diuretika%20-%20Medikamente%20zur%20Entwässerung/?cv=nc&cHash=be884d4aea835030d230fc8c94b4af9a

3 http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/druckpunkt/2009-1/dp-2009-01.pdf

4 http://www.apotheken-umschau.de/do/extern/medfinder/medikament-arzneimittel-information-HCTad-Tabletten-A89243.html