Kalziumantagonisten bei Bluthochdruck

 

Kalziumantagonistin BluthochdruckBei Bluthochdruck gehören Kalziumantagonisten nach Empfehlungen nationaler und internationaler Hochdruckgesellschaften zu den Arzneimitteln erster Wahl.1 Mit ihrer gefäßerweiternden Wirkung führen sie effektiv bei Patienten aller Altersstufen zur Senkung des Bluthochdrucks. Kalziumantagonisten werden darüber hinaus eingesetzt bei Bluthochdruck-Patienten mit Angina Pectoris. Die Anwendung von Kalziumantagonisten eignet sich dabei besonders, da sie durch Erweiterung der Herzkranzgefäße das Herz entlasten. Dieses braucht dadurch weniger Sauerstoff.2

 

Die Wirkung von Kalziumantagonisten bei Bluthochdruck

 

Während alle Kalziumantagonisten – auch Kalziumkanalblocker genannt – den Bluthochdruck senken, beschleunigen manche von ihnen den Herzschlag; andere wiederum verlangsamen ihn. Kalziumantagonisten wirken bei Bluthochdruck, da sie das Kalzium in den Muskelzellen der Blutgefäße aufhalten. Ansonsten würde es in die Muskelzellen hineingelangen, diese würden sich daraufhin zusammenziehen und die Blutgefäße dabei verengen.2 Die Kalziumantagonisten blockieren jedoch die Kalziumkanäle der Zellen. Dem Enzym Myosin-ATPase fehlt daraufhin Kalzium zur Energieerzeugung. Der Muskelzelle fehlt in der Folge diese Energie, um sich zusammenzuziehen. Die Blutgefäße bleiben weit und entlasten somit das Herz.1

 

Mögliche Nebenwirkungen von Kalziumantagonisten

 

Die Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention gibt als mögliche Nebenwirkungen von Kalziumantagonisten bei Bluthochdruck an:

  •     Hautrötung mit Wärmegefühl (Flush)
  •     Palpitationen (stark empfundener Herzschlag)
  •     Kopfschmerzen
  •     Verlangsamung der Herzfrequenz (nur bei Non-Dihydropyridinen wie Verapamil, Diltiazem)
  •     Wasseransammlungen (Ödeme) im Unterschenkel und Knöchelbereich3

Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen weist zudem darauf hin, dass es zu Beginn der Bluthochdruckbehandlung mit Kalziumantagonisten vermehrt zu Angina Pectoris-Anfällen kommen bzw. sich eine bestehende Angina Pectoris verschlimmern kann.2

Was ist bei der Anwendung von Kalziumantagonisten zu beachten?

 

Eine Behandlung mit Kalziumantagonisten bei Bluthochdruckkommt nicht in Frage bei Menschen mit Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen mit zu langsam schlagendem Herzen und nicht bei Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben. Auch bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion ist die Anwendung von Kalziumantagonisten kontraindiziert, nicht nur bei Bluthochdruck. Weiterhin kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kommen, unter anderem mit Antibiotika. Bei manchen Präparaten sind bestimmte Lebensmittel zu meiden. Beispielsweise können Stoffe in der Grapefruit die blutdrucksenkende Wirkung verstärken. Die Sicherheit mancher Präparate während Schwangerschaft und Stillzeit konnte nicht nachgewiesen werden, sodass man die Einnahme in dem Fall mit dem Arzt besprechen sollte.4

 

 

 

Achtung IconHinweis:
Dieser Artikel ersetzt nicht den Arztbesuch und eignet sich nicht zur Selbstdiagnose. Bei Symptomen oder Verdacht auf Bluthochdruck sowie bei Nebenwirkungen eingenommener Medikamente muss in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

 

 

 

1 http://herz.online.uni-marburg.de/hzb20.htm

2 http://www.herzgruppenservice.de/index.php/gesundes-herz/therapie-der-khk/artikel/49-behandlung-mit-kalziumantagonisten

3 http://www.hochdruckliga.de/bluthochdruck.html

4 http://www.betapharm.de/index.php?id=105248&BINID=3385