Fehlende Orthostase-Reaktion bei niedrigem Blutdruck

 

Vor allem bei jüngeren Menschen ist eine fehlende Orthostase-Reaktion eine der Ursachen für niedrigen Blutdruck. Unter der Orthostase-Regulation versteht man die Fähigkeit des Körpers, alle Organe stets mit Blut und Sauerstoff zu versorgen, egal in welcher Position sich der Körper befindet. Bei Bewegung oder eine Lageveränderung ist er in der Lage, blitzschnell den Kreislauf darauf anzupassen. Geschieht dies nicht, spricht man von der fehlenden Orthostase-Reaktion. Besonders braucht man diese Regulation bei dem Wechsel zwischen Sitzen und Stehen oder Liegen und Stehen. Dabei wird der Blutdruck leicht erhöht, damit das Blut auch in die oberen Körperregionen gepumpt werden kann. Die erhöhte Herzfrequenz, die damit einhergeht, geschieht auch bei einer fehlenden Orthostase-Reaktion, jedoch steigt dabei der Blutdruck nicht an.

 

Wie erkennt man eine fehlende Orthostase-Reaktion?

 

Wer unter niedrigem Blutdruck leidet, kann unter einer fehlenden Orthostase-Reaktion leiden. Besonders häufig sind junge Frauen und Jugendliche in Wachstumsphasen betroffen. Der Grund dafür ist bislang nicht geklärt, man vermutet, dass die noch untrainierte Venenpumpe eventuell dafür sorgt, dass das Blut nicht gleich überall verteilt werden kann. So versackt es in den Beinen und es kommt zu einer kurzen Unterversorgung. Die Folge sind Ohrensausen, Schwindel und Kreislaufzusammenbrüche mit Ohnmachtsanfällen. Daher stellt niedriger Blutdruck durch die fehlende Orthostase-Reaktion durchaus eine Gefahr dar, denn je nachdem, wo ein solcher Ohnmachtsanfall geschieht, kann dieser böse Folgen haben. Daher ist es wichtig, bei niedrigem Blutdruck solche Anfälle als Zeichen für eine fehlende Orthostase-Reaktion in Betracht zu ziehen. Typisch für diese Störung sind weibliche, schlanke Patientinnen, die sich noch im Wachstum befinden. Ebenso ist bei der fehlenden Orthostase-Reaktion zu beobachten, dass der Blutdruck sonst im Regelfall nicht erniedrigt oder erhöht ist, nur bei einem solchen Lagewechsel sinkt die Frequenz stark ab.

 

 

Diagnose der fehlenden Orthostase-Reaktion

 

Man kann eine fehlende Orthostase-Reaktion als Ursache für niedrigen Blutdruck sehr gut durch einige Tests erkennen. Zunächst kann der Arzt mehrere Blutdruckmessungen durchführen, diese dann in verschiedenen Positionen sowie beim Aufstehen und Hinlegen. Ebenfalls kommt die sogenannte Kipptisch-Methode als Diagnoseform in Frage. Hierbei wird der Patient mit Halteriemen auf einem Kipptisch befestigt, auf dem dann ebenfalls in verschiedenen Positionen gemessen werden kann. In manchen Fällen, vor allem, wenn der niedrigen Blutdruck eher plötzlich aufgetreten ist, werden auch Blut- und Ultraschalltests durchgeführt. In der Regel helfen bei der Diagnose jedoch bereits die typischen Kennzeichen der fehlenden Orthostase-Reaktion. Daher genügt es oft schon, wenn der Arzt den Patienten nach der Art der Beschwerden befragt.

 

Was tun bei fehlender Orthostase-Reaktion und niedrigem Blutdruck?

 

Da bei einer fehlenden Orthostase-Reaktion und dem darauf folgenden niedrigen Blutdruck das Blut nur sehr langsam im Körper verteilt wird, ist es wichtig für den Patienten, besonders langsam einen Wechsel der Position vorzunehmen. Das gilt vor allem für einen Wechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen. Patienten sollten bewusst den Akt des Aufstehens beachten und dem Körper Zeit geben, sich an die neue Position zu gewöhnen. Hin und wieder kann ein starker Kaffee oder Tee helfen, ebenso wie das Zuführen von kalter Luft.1

 

 

 

Achtung IconHinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bitte suchen Sie als Betroffener einen spezialisierten Arzt auf, der Sie zu diesem Thema fachmännisch berät!

 

 

 

 

1 Apotheken-umschau.de, Hypotonie, Zugriff: 26.11.2013.